Konzept der Oberschule Rodenkirchen

Die neue Oberschule holt die Schülerinnen und Schüler dort ab, wo sie stehen. Sie lässt ihnen unabhängig vom Leistungsstand nach der Grundschule Zeit, sich in der Oberschule einzugewöhnen, um sie dann individuell „fit für das Leben und den Berufseinstieg“ zu machen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst, wie in den Grundschulen schon üblich, zusammen unterrichtet werden. Erst später werden die Schülerinnen und Schüler individuell nach ihren Stärken und Begabungen getrennt gefördert und gefordert.

Auf diesem Weg sind hohe Hürden zu überwinden und viele Fragen zu beantworten:

  • Wie kann es der Schule gelingen, einen Paradigmenwechsel hin zu einer optimalen Förderung jedes einzelnen Kindes zu verwirklichen?
  • Welche schulischen Rahmenbedingungen sind geeignet, um einen möglichst hohen Lernerfolg und eine gute Gesamtentwicklung für jedes Kind zu erreichen?
  • Wie kann eine veränderte Schulstruktur zu einer Individualisierung des Lernens und zu einer optimalen individuellen Förderung jedes Kindes beitragen?

Ein wesentliches Ziel der neuen Oberschule ist es, Chancengleichheit und -gerechtigkeit zu erhöhen. Die Abhängigkeit des Bildungserfolges vom

sozialen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler muss verringert und zugleich müssen die Stärken aller Schülerinnen und Schüler bestmöglich gefördert werden. Aber auch eine frühzeitige Erkennung der Schwächen, der eine schnellstmögliche Förderung folgt, ist wichtig.

Entscheidend für den Erfolg der Oberschule ist nicht die Struktur an sich, sondern ob es uns gelingt, den Paradigmenwechsel unserer Schule hin zu einer optimalen Förderung jeder Schülerin und jedes Schülers zu realisieren.

Eine zentrale Rolle werden natürlich die Lehrerinnen und Lehrer spielen. „Innere Differenzierung“, „selbstständiges Lernen“ und „eigenverantwortliches Lernen“ treten in den Mittelpunkt des Unterrichts.

Das Ziel ist, die Vermittlung von intelligentem, anschlussfähigem, anwendungsfähigem Wissen. Die Schülerinnen und Schüler der Oberschule Rodenkirchen sollen Schlüsselqualifikationen, Lern- und Sozialkompetenzen sowie Wertorientierungen erwerben. Das Lehren und Lernen muss dabei immer wieder neu durchdacht und ggf. verändert werden.

Diese Lernprozesse werden durch den Unterricht im Ganztagsbetrieb noch entscheidend unterstützt.

Um gute Ergebnisse zu erreichen, ist ein aufeinander abgestimmtes schuleigenes Curriculum unerlässlich. In allen Unterrichtsfächern sind diese auf der Grundlage der curricularen Vorgaben schon erstellt bzw. werden gerade überarbeitet. Es ist sinnvoll, dass die Schule ein einheitliches Gliederungsraster für die Arbeitspläne entwickelt, in denen die Verknüpfung von Inhalt, Methoden, Kompetenzen, Medien und zum Teil Differenzierungsmöglichkeiten dargestellt werden.

Folgende Punkte treten in das Zentrum des Unterrichts:
  • Förderung des autonomen Lernens
  • Förderung der sozialen Kompetenz
  • Förderung des fächerübergreifenden Lernens
  • Förderung der Medienkompetenz

Durch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer tragen alle dazu bei, dass die Bildungschancen aller Schülerinnen und Schüler durch ein kontinuierliches und pädagogisch breites Angebot verbessert und ihre individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten durch die Unterstützung selbstbestimmten Lernens nachhaltig zur Geltung gebracht werden.

Auf der Ebene der Schule geht es um die Unterstützung des Schulentwicklungsprozesses.

Die Lehrkräfte und die pädagogischen Mitarbeiter der Oberschule Rodenkirchen

  • verständigen sich über neue gemeinsame Ziele.
  • überprüfen beständig ihre schrittweise Realisierung.
  • installieren ein Qualitätsmanagement.
  • beziehen Schüler/innen, Eltern oder andere Helfer in schuldynamische Prozesse mit ein.
  • vernetzen die neue Oberschule mit anderen Schulen und Schulformen.

Die Haupt- und Realschule Rodenkirchen ist seit langem eine offene Ganztagsschule mit einem Nachmittagsangebot an 4 Tagen in der Woche.

Um individuelle Bildung schaffen zu können, müssen alte Lehrtraditionen und Schulstrukturen durchbrochen und ein zu Beginn schulart-unabhängiges und später differenziertes Unterrichtskonzept entwickelt werden. Die Lehrerinnen und Lehrer der Oberschule Rodenkirchen machen es sich zur Aufgabe,

  • die Stärken ihrer Schülerinnen und Schüler zu erkennen und zu
    fördern.
  • die Neigungen und Fähigkeiten zu reflektieren und wertzuschätzen.
  • die Verantwortung für die individuelle Lernbiografie zu übergeben.
  • Fertigkeiten systematisch zu trainieren.
  • realistische Selbsteinschätzung durch konstruktives Feedback einzuüben.
  • die Jugendlichen auf ein selbstbestimmtes Leben und Arbeiten in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft vorzubereiten.
  • den Blick von der Abschlussorientierung zur Anschlussorientierung zu lenken.
  • im Leben und Arbeiten nach der Schule allgemeine Handlungskompetenz zu entwickeln.

Die allgemeine Handlungskompetenz besteht aus einer Vielzahl an Teilkompetenzen, die im Rahmen des Unterrichts systematisch aufgebaut und curricular in den folgenden Schuljahren weiterentwickelt werden. Sie beziehen sich auf Alter, Jahrgangsstufen und andere Schülerbedingungen, ferner auf Fächer, Teams, Teilkonferenzen und andere Lehrerbedingungen.

Die neue Oberschule Rodenkirchen wird ab dem Schuljahr 2012/2013 mit dem 5. Schuljahrgang aufsteigend beginnen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bezüglich der Unterrichtsqualität ist die Lernatmosphäre. So muss im Unterricht eine freundliche, konstruktive Arbeitsatmosphäre herrschen.

Lehrkräfte unterstützen das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler, indem sie diese bestätigen und ermutigen.

Auch die neue Oberschule Rodenkirchen hat das entwickelte Leitbild der Haupt- und Realschule Rodenkirchen:

Leitbild der Haupt- und Realschule Rodenkirchen

  •     Wir betrachten Stärken und Schwächen unserer Schüler als Chance.
  •    Schüler, Eltern und Lehrkräfte gehen respektvoll, fair und freundlich miteinander um.
  •     Unsere Lehrkräfte machen einen interessanten und motivierenden Unterricht.
  •     Unsere Schule ist Umweltschule, weil wir umwelt- und gesundheitsbewusst handeln.
  •      Wir bereiten unsere Schüler auf ihre berufliche Zukunft gut vor.

Die neue Oberschule öffnet sich nach außen und arbeitet praxisbezogen. Dabei berücksichtigt sie auch außerschulische Lernorte.

Aus der langjährigen Erfahrung in den Ganztagsschulen ist deutlich geworden, dass die Schülerinnen und Schüler die Zuwendung und Anerkennung über den Schulvormittag hinaus dankbar aufgreifen und in eine stärkere Lern- und Leistungsbereitschaft umsetzen.

Im Ganztagsunterricht werden nicht nur fachliche Kompetenzen leichter zu vermitteln sein, sondern auch soziale Kompetenzen. Den Schülern wird es leicht gemacht, die Schule als „Ort, wo ich sein will“ zu empfinden.

Die Oberschule Rodenkirchen

  • bietet für alle Beteiligten und Betroffenen einen verlässlichen Rahmen von 07.30 Uhr bis ca. 15.15 Uhr an mindestens zwei Tagen der Woche.
  • hat an einem weiteren Tag eine Vielzahl von unterschiedlichen AGs im Nachmittagsbereich für Schülerinnen und Schüler, die sich freiwillig weiterbilden, engagieren, austoben oder Vertiefungs-, Übungs- und Zusatzangebote annehmen möchten.
  • ermöglicht mehr Zeit und Gelegenheit für Bildung und Erziehung, individuelle Förderung, Spiel- und Freizeitgestaltung.
  • fördert die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen.
  • bietet individuelles Fordern und Fördern.
  • trägt zu einer Veränderung der Lehr- und Lernkultur bei.
  • hat eine lernwirksame Hausaufgabenbetreuung.
  • trägt zum Rhythmisieren des Alltags bei.
  • bietet ein gesundes Mittagessen an.
  • befähigt Schülerinnen und Schüler darüber hinaus, sich Informationen zu beschaffen, die Möglichkeiten deren Gestaltung zu nutzen und diese auch kritisch zu hinterfragen.
  • fördert die Medienkompetenz.

Es ist unser Ziel, die vorhandene Motivation, insbesondere der jüngeren Jahrgänge,  aufrecht zu erhalten, zu fördern und durch interessante Angebote in gute Leistungen umzusetzen. Die Oberschule Rodenkirchen soll alle Schüler, unabhängig von Elternhaus und sozialer Herkunft, gleichmäßig fördern, fordern und qualifizieren.

Oberstes Ziel und zugleich wichtigste Aufgabe der neuen Oberschule ist die „individuelle Lernentwicklung“ einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers.

Die neue „jahrgangsbezogene Oberschule Rodenkirchen als teilgebundene Ganztagsschule“ begegnet der Heterogenität des Klassenverbandes mit kooperativen Lernen und Kompetenzförderung.

Wirksame Förder- und Integrationsarbeit gelingt am besten dort, wo konsequent kooperiert wird. Diese Kooperation gilt es durch geordnete und gelernte Strukturen durch die Lehrkräfte zu unterstützen und zu fördern um Erfolgserlebnisse sowohl bei den leistungsstarken als auch bei den leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler zu bedingen.

Je breiter die Kompetenzförderung im Unterricht angelegt ist, desto leichter wird es, die unterschiedlichen Begabungen, Neigungen und Interessen der verschiedenen Schüler/innen angemessen zu erfassen.

Die Oberschule Rodenkirchen fühlt sich dem Gedanken der Inklusion verpflichtet und arbeitet weiterhin mit Integrationsklassen, in denen Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder körperlichen Behinderungen zusammen mit den Regelschülern beschult werden.

Die Oberschule Rodenkirchen wird als „teilgebundene Ganztagsschule“ für alle Jahrgänge eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen verpflichtend an zwei Tagen am Nachmittagsunterricht teil. Für den dritten Nachmittag ist ein offenes Angebot in Form von AGs geplant. Am Freitag endet der Schultag mittags. Am Samstag findet kein Unterricht und kein AG-Angebot statt, es sei denn, es handelt sich um besondere außerschulische Exkursionen oder Sportangebote in Absprache mit den Schülerinnen, Schülern, Eltern und Erziehungsberechtigten.

Für die Oberschule Rodenkirchen stehen die Sicherung der Ausbildungsfähigkeit und die Vermeidung von Schulabgängern ohne Abschluss im Zentrum der pädagogischen Arbeit.

An der Oberschule können alle Abschlüsse erworben, die zu einer Fortsetzung des Bildungswegs in einer beruflichen Vollzeitschule oder in der gymnasialen Oberstufe berechtigen:

  • Hauptschulabschluss
  • Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss
  • Sekundarabschluss I – Realschulabschluss
  • Erweiterter Sekundarabschluss

(bei der Wahl einer zweiten Fremdsprache ab Klasse 6)

Die Oberschule Rodenkirchen überprüft fortlaufend den Bildungs- und Erziehungserfolg ihrer Maßnahmen. Die zu überprüfenden Gegenstandsbereiche sind einerseits als kognitive Wissensbestände zu erfassen, andererseits geht es um Haltungen und Einstellungen, die z.B. als Schulklima, als Lernmotivation, als Sozialverhalten, als Schulangst oder Schulzufriedenheit u.a. in ihrem Ausmaß erfasst werden können.