Die sieben Säulen der Berufsorientierung

an der Oberschule Rodenkirchen

In unserem Leitbild heißt es, dass wir die Schülerinnen und Schüler gut auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten. Die folgenden sieben Bausteine beschreiben die einzelnen Schritte der Berufsorientierung- und Vorbe-reitung an unserer Schule. Da dies als ein ganzheitlicher Prozess angesehen werden muss, sind die folgenden Schritte nicht zwingend als eine logische Reihenfolge zu sehen. Vielmehr sind es notwendige Bereiche einer erfolgreichen und zielgerichteten Berufsorientierung- und Vorbereitung.[1]

Stärkenermittlung

 

Beschreibung der Säule „Stärkenermittlung“

Die Ermittlung persönlicher Stärken ist ein zentraler Ausgangspunkt im Berufsorientierungsprozess. Sie ermöglicht durch den Abgleich mit beruflichen Anforderungen eine (im Idealfall) passgenaue Berufsfindung und dient der Stärkung der Persönlichkeit.

Stärken lassen sich durch Selbst- und Fremdeinschätzungen erschließen.

Schulpraktische Umsetzung

▪ Wir gehen auf Entdeckungsreise im Berufe – Universum der Agentur für Arbeit. Schülerinnen und Schüler testen hierbei persönliche Stärken und erhalten Berufsmöglichkeiten.

▪ Wir arbeiten mit verschiedenen Arbeitsmaterialien zur Selbst- und Fremdeinschätzung, z.B.

-      Schatzkarte (Starke Seiten)

-      Meine Stärken (Planet – Beruf)

▪ Ausgefüllte Blätter werden im Berufswahlpass gesammelt.

▪ Wir führen mit den Schülerinnen und Schülern eine Potentialanalyse (Profil AC) sowie Berufsinteressenstests (BIT, AIST) durch.

 

[1] Vgl. Modell der Möhnesee – Schule zur Berufs- und Arbeitsweltorientierung, ausgezeichnet mit dem Bundespreis 2010

Information

 

Beschreibung der Säule „Information“

Für die Berufswahlentscheidung und den Übergang von der Schule in den Beruf bzw. die richtige Berufsschule werden vielfältige Informationen benötigt, z.B. Ausbildungsinhalte, offene Stellen, berufliche Schulen etc. Da die Informationsfülle fast unüberschaubar ist und Experten nicht immer zur Verfügung stehen, ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Informationen gezielt zu suchen und zu finden.

Schulpraktische Umsetzung        

▪ Wir besuchen im 8. Schuljahr das BIZ (Berufsinformationszentrum).

▪ Die Schülerinnen und Schüler nutzen vorgegebene Informationsquellen (Planet - Beruf und Beruf – Aktuell) um sich über Berufe zu informieren um diese zu präsentieren.

▪ In unserem Berufsorientierungsbüro können Informationen über verschiedene Berufe eingesehen werden.

▪ Auf einer Praktikumsbörse geben Schülerinnen und Schüler Erfahrungen aus ihrem Praktikum an andere weiter.

▪ Auf unserer eigenen Berufsinformationsbörse (BIB)können sich unsere Schülerinnen und Schüler bei regionalen Unternehmen informieren.

▪ Wir besuchen Berufsmessen (v.a. Brake), auf denen man gezielt mit Unternehmen in Kontakt treten kann.

Beratung

 

Beschreibung der Säule „Beratung“     

Selbstständig passende Berufs- und Übergangsentscheidungen zu treffen, stellt viele Schülerinnen und Schüler vor Probleme, da viele Vorüberlegungen getroffen werden müssen. An dieser Stelle ist professionelle Beratung unerlässlich.

Schulpraktische Umsetzung                      

▪ Wir vereinbaren Sprechzeiten für unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Berufsberater der Agentur für Arbeit. Diese Sprechzeiten finden in unserer Schule statt (Berufsorientierungsbüro).

▪ Unser Berufsstartbegleiter (BNW) ist stets ein Ansprechpartner bei allen beruflichen Fragen und Problemen!

Stärkenförderung

 

Beschreibung der Säule „Stärkenförderung“

Die Entwicklung und Förderung von Stärken ist ein grundlegendes Ziel von Unterricht. Dazu geben wir unseren Schülerinnen und Schülern täglich Gelegenheit, z.B. im Unterricht, in Wahlpflichtfächern, in Projekten oder auf Klassenfahrt. Einen hohen Stellenwert nehmen auch die Betriebspraktika ein, die auf der Grundlage von Stärkenermittlung und Potentialanalyse gewählt werden.

Schulpraktische Umsetzung                      

▪ Wir begegnen unseren Schülerinnen und Schülern eher stärkenorientiert als defizitorientiert.

▪ Wir ermutigen unsere Schülerinnen und Schülern dazu, ihre Stärken im Schulalltag einzubringen.

Betriebs- und Sozialpraktika werden gründlich vor- und nachbereitet.

Profilkurse (Neigungsfächer) in Klasse acht und neun, in denen sich Schülerinnen und Schüler auf die Bereiche Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Soziales oder Französisch festlegen.

▪ In Praxiswerkstätten haben unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Stärken zu entdecken und vorhandene Stärken einzubringen.

▪ Unsere Schulsanitäter werden von Lehrkräften und externen Kräften (z.B. Rotes Kreuz) geschult, sind täglich im Einsatz und nehmen an Vergleichswettkämpfen teil.

Entscheidung

 

Beschreibung der Säule „Entscheidung“      

Der gesamte Prozess der Berufsorientierung mündet in der Entscheidung für einen Ausbildungsberuf oder eine weiterführende Schule. Im Idealfall berücksichtigt diese Entscheidung die Fähigkeiten und Wünsche unserer Schülerinnen und Schüler. Im Vorfeld dieser Entscheidung ist es unabdingbar, dass Gesprächspartner vorhanden sind.

Schulpraktische Umsetzung                      

▪ Wir reflektieren gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern mögliche Berufswahlentscheidungen.
▪ Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler mit ihrem Wissen über deren Stärken bei einem Abgleich von eigenen Möglichkeiten mit den Bedingungen eines Wunschberufes.
▪ Wir regen an, immer nach Alternativen zu suchen, falls der Wunschberuf aus verschiedenen Gründen nicht erreichbar ist.

Bewerbung

 

Beschreibung der Säule „Bewerbung“ 

Hat man sich für einen Beruf entschieden, müssen weitere Aktivitäten folgen. Freie Ausbildungsstellen und weiterführende Schulen müssen ermittelt und Bewerbungen geschrieben werden. Für Vorstellungsgespräche und das Schreiben von Bewerbungen ist eine Begleitung unerlässlich.

Schulpraktische Umsetzung                      

▪ Wir legen die Grundlagen für eine gute Bewerbung im Fach Deutsch

▪ Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen an internen und/ oder externen Bewerbungstrainings teil.

▪ Bewerbungen werden am Computer geschrieben, abgespeichert und in den Berufswahlpass geheftet.

▪ Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern eine Lesekontrolle für ihre Bewerbungen an.

▪ Wir ermutigen unsere Schülerinnen und Schüler vor Bewerbungsgesprächen, damit sie sicher und überzeugend auftreten.

▪ Wir freuen uns mit unseren Schülerinnen und Schülern über erfolgreiche Bewerbungen und ermutigen erfolglose Bewerberinnen und Bewerber, gleich neue Bewerbungen zu schreiben.  

Übergang

 

Beschreibung der Säule „Übergang“    

Der Übergang in den nächsten Ausbildungsabschnitt ist für die Schülerinnen und Schüler i. d. R. ein großer Umbruch mit vielen Unwägbarkeiten. Es kommen viele neue körperliche und psychische Belastungen auf einen zu, wie z.B. ein langer Arbeitstag, ein neuer Weg zur Ausbildungsstätte, neue Räumlichkeiten und neue Tages-, Wochen- und Jahresabläufe. Lehrerinnen und Lehrer können mögliche Probleme im Vorfeld thematisieren und (auch noch nach der Schulzeit) ansprechbar sein.

Schulpraktische Umsetzung                      

▪ Wir sprechen mit unseren Schülerinnen und Schülern in den letzten Wochen der Schulzeit über den Umgang mit möglichen Belastungen.

▪ Die Schülerinnen und Schüler erstellen Übersichten mit allen Neuerungen zur Organisation des neuen Ausbildungsabschnittes.

▪ Wir eröffnen unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, bevor es zu einem Ausbildungsabbruch kommt oder andere Probleme auftauchen. Dies gibt den Schülerinnen und Schülern Sicherheit, wird i. d. Regel aber selten in Anspruch genommen.

Der Prozess der Berufsorientierung- und Vorbereitung wird von mehreren Personen und Institutionen begleitet. Diese sollen hier nachfolgend noch einmal dargestellt werden:

Berufsorientierung als Querschnittsaufgabe aller Fächer

Fach

Beitrag zur Berufsorientierung/ Berufsvorbereitung

Deutsch

Anfertigen von Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgespräche (Rollenspiele), Referate zu Berufen/ Tätigkeiten, Verfassen von Briefen, Telefonieren üben

Mathematik

Berufe in den jeweiligen Bereichen

Englisch

Berufe in den jeweiligen Bereichen

Wirtschaft

Betriebserkundungen

GSW

Betriebserkundungen, Entstehung von Berufen, Standortentwicklung, Berufe in den jeweiligen Bereichen, europäischer Arbeitsmarkt, Sozialversicherungssystem

Physik

Betriebserkundungen, Berufe in den jeweiligen Bereichen, Photovoltaik, Windenergie etc.

Biologie

Berufe in den jeweiligen Bereichen

Chemie

Betriebserkundungen, Berufe in den jeweiligen Bereichen

Religion

Berufe in den jeweiligen Bereichen, Wochenrhythmus Arbeit - Freizeit

Kunst

Berufe in den jeweiligen Bereichen, Materialkunde, Farbenlehre, Fotografie

Musik

Berufe in den jeweiligen Bereichen

Werken/ Technik

EDV, Erstellen von Werkstücken, Arbeitssicherheit, Arbeitsvorbereitung, Planung, Durchführung und Reflexion, Betriebserkundungen, Abdeckung der Bereiche Metall, E – Technik, Holz und Kunststoff, Berufe in den jeweiligen Bereichen

Textil

Betriebserkundungen, Berufe in den jeweiligen Bereichen, Materialkunde, Techniken (z.B. schneidern, nähen etc.)

Sport

Berufe in den jeweiligen Bereichen

Profil Wirtschaft

Betriebserkundungen, Berufe in den jeweiligen Bereichen, Buchführung, Versicherungen

Profil Technik

Betriebserkundungen, Berufe in den jeweiligen Bereichen

Profil G + S

Betriebserkundungen, Berufe in den jeweiligen Bereichen,

WPK

Berufe in den jeweiligen Bereichen

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