31.01.2019



Oberschule Rodenkirchen Ordnet Berufsorientierung Neu



Der Klebe-Effekt soll weiter wirken



von Henning Bielefeld







Anja Bode ist seit August 2018 Rektorin der Oberschule Rodenkirchen.
Bild: Dennis Weiß




Rodenkirchen  - Die Oberschule Rodenkirchen entwickelt ein neues Konzept für die Berufsorientierung. Das macht ein Erlass des niedersächsischen Kultusministeriums zu diesem Thema erforderlich, der im August in Kraft getreten ist, wie die Schulleiterin Anja Bode auf Anfrage der NWZ mitteilt.

Erlass aus Ministerium

Wegen dieses Erlasses sind die seit mehr als einem Jahrzehnt sehr erfolgreichen Berufsstarterklassen in den Jahrgängen 8 und 9 zum Schuljahresbeginn ausgelaufen, sagt die Rektorin weiter. „Wir wollen unsere Schüler auch in Zukunft unterstützen, aber diese Unterstützung muss anders organisiert werden“, erläutert Anja Bode.
 
An diesem neuen Konzept arbeitet sie zusammen mit Jörg Naß, der als Angestellter der Kreisvolkshochschule (KVHS) die Schüler in den Berufsstarterklassen begleitet, und mit Florian Ertl, dem Fachbereichsleiter Arbeit/Wirtschaft der Oberschule. Anja Bode ist froh, dass der Landkreis weiter im Boot bleibt, indem er das Gehalt von Jörg Naß bezahlt.


Für schulmüde Schüler

Seit mehr als zehn Jahren unterstützt die Oberschule schulmüde Acht- und Neuntklässler aus der ganzen Wesermarsch mit dem Programm, das bislang den etwas sperrigen Titel Vertiefte Berufsorientierung und Berufsstartbegleitung, kurz VBoB, trug. Das Konzept: Drei Tage Unterricht in der Woche, zwei Tage Praktika in verschiedenen Unternehmen, überwiegend Handwerksbetrieben aus der näheren Umgebung.
 
Deren Inhaber lernten die Jugendlichen kennen, die Jugendlichen lernten den Beruf kennen, und fast immer wirkte der sogenannte Klebe-Effekt: Die Jugendlichen stiegen vom Praktikum in ein Lehrverhältnis um. „Alle Schüler haben die Ausbildung durchgehalten, wir haben nicht einen Abbruch erlebt“, sagt Anja Bode voller Anerkennung.
 
Auch in diesem Schuljahr beteiligen sich jeweils 11 Acht- und Neuntklässler an dem Berufsorientierungsprogramm. Mit dem neuen Konzept sollen ab dem nächsten Schuljahr ähnliche Erfolge möglich sein, hofft Anja Bode: „Es ist und bleibt unser Ziel, jeden unserer Schüler so weit zu bringen, wie er kann.“
 
Das neue Konzept, sagt sie, werde dem alten sehr ähnlich sein, und die Klientel werde auch ähnlich sein: „Wir müssen es nur auf rechtlich neue Füße stellen. Da bin ich sehr optimistisch.“ Auch die Landesschulbehörde unterstütze die Berufsorientierung an der Oberschule Rodenkirchen.