NWZ 19.10.2018



Kein gemeinsamer Ganztag



von Henning Bielefeld











Elke Kuik-Janssen und Anja Bode



Die Hürden sind zu hoch. An der Grundschule sind die Gremien gegen die Ganztagsbetreuung.



Rodenkirchen  - Grund- und Oberschule Rodenkirchen werden in nächster Zeit keine gemeinsame Ganztagsbetreuung anbieten. Mit einer kurzen Diskussion hat der Schulausschuss des Rates dieses Thema jetzt beendet. Eine spätere Wiederaufnahme der Diskussion ist aber nicht ausgeschlossen.
 
Die Mehrheitsgruppe aus SPD, WPS und FDP hatte den gemeinsamen Ganztag in die Diskussion gebracht. „Für eine solche Regelung sind viele Hürden zu nehmen“, sagte Michael Sanders (FDP) im Namen der Gruppe. „Die größte Hürde aber ist der Wille. Und ohne den Willen von Lehrern, Schülern und Eltern ergibt das keinen Sinn.“




„Wäre ein Traum“
 
Anja Bode, die Leiterin der Oberschule, sagte, für ein solches Angebot seien neue Räume und ein Anbau erforderlich, „das ist aber Zukunftsmusik.“ Außerdem würden weitere Lehrer gebraucht, denn ein Ganztagsangebot müsse zu 60 Prozent mit Lehrerstunden versorgt werden.“ Dennoch: „Für mich wäre eine solche Regelung ein Traum, weil es die Bindung der Kinder an Rodenkirchen stärken würde.“




Verschiedene Träger
 
Die Leiterin der Grundschule, Elke Kuik-Janssen, sagte, dass ihre Schulgremien einem Ganztagsangebot bislang ablehnend gegenüberstünden. Zudem hätten Grund- und Oberschule verschiedene Träger, weswegen es rechtlich nicht möglich sei, Kinder der jeweils anderen Schule zu unterrichten. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen würden, könnten aber die vierten Klassen der Grundschule und die fünften Klassen der Oberschule gemeinsam Nachmittagsunterricht bekommen. Für die Klassen eins bis drei gebe es aber keine Möglichkeit. Elke Kuik-Janssen regte an, es zunächst mit themenbezogenen Gemeinsamkeiten zu versuchen, etwa eine gemeinsame Fair-Trade-Schule.

Der WPS-Ratsherr Olaf Helwig sah weitere finanzielle Belastungen auf die Gemeinde zukommen, falls auch die Grundschulen Seefeld und Schwei Ganztagsangebote machen wollten.






Was die Rektorinnen berichten

Insgesamt 332 Schüler besuchen derzeit die Oberschule Rodenkirchen, mehr als zehn Prozent von ihnen haben Inklusionsbedarf. Das sagte die Rektorin Anja Bode im Schulausschuss. Die Lehrerversorgung liege bei gut 90 Prozent; das liege an einem Mangel an Sonderpädagogen für die Inklusionskinder. Alle Jahrgänge bis auf den zehnten sind dreizügig.

184 Schüler besuchen die Grundschule Rodenkirchen, 13 von ihnen sind Inklusionskinder. Das sagte die Rektorin Elke Kuik-Janssen; bis Dezember werde die Schülerzahl wohl bei 190 liegen. Die Unterrichtsversorgung liege bei knapp unter 100 Prozent – auch an dieser Schule könnten Förderlehrerstellen nicht besetzt werden, weil nicht genügend Kandidaten auf dem Markt seien.